Wurzelbehandlung

 Indikation

Macht ein Zahn Probleme, ist die Methode der Wurzelbehandlung oft die einzige Chance, diesen Zahn noch zu erhalten:
Wenn das Nervengewebe(Pulpa) eines Zahns entzündet ist, kommt es zu Zahnschmerzen. Hierfür gibt es die verschiedensten Gründe: in der Regel ist es eine Karies (bakterieller Angriff auf das Nervengewebe), die zur schmerzhaften Entzündung führt, daneben kommen Unfallverletzungen, Sprünge in der Zahnsubstanz sowie chemische und thermische Reize in Betracht. Je nachdem, ob die Entzündung der Pulpa noch reversibel ist oder den Zahnnerv bereits unumkehrbar geschädigt hat, kann versucht werden, den Zahn mit einer einfachen Füllung bzw. einer Krone am Leben zu erhalten oder andernfalls mit einer Wurzelkanalbehandlung  vor der Entfernung zu bewahren. Eine Wurzelkanalbehandlung als der Entfernung des Zahns vorzuziehende Maßnahme ist zwingend erforderlich, wenn der Zahnnerv bereits infiziert ist, dieser sich bereits bakteriell zersetzt hat oder sogar eine Entzündung  an der Wurzelspitze außerhalb des Zahns besteht.
Die Alternative zur Wurzelkanalbehandlung ist die Entfernung des entzündeten Zahns und sollte insbesondere bei Vorliegen von Allgemeinerkrankungen oder schlechten Erfolgsaussichten in Betracht gezogen werden.

Vorgehensweise

Bei einer Wurzelbehandlung wird nach der einleitenden Anästhesie der Zahn soweit aufgebohrt, dass der Nerv eröffnet und übersichtlich dargestellt ist. Gegebenenfalls kann eine Abschottung des Zahns gegen die Mundhöhle erforderlich sein. Nun werden die Wurzelkanäle  mit kleinen Feilen aufgesucht und anschließend mit größeren Feilen erweitert. Das Ziel ist die vollständige Reinigung und Desinfektion des gesamten Wurzelkanalsystems. Danach wird der entstandene Hohlraum sorgfältig mit einem Wurzelfüllmaterial Vollständig gefüllt. Zu guter Letzt wird der Zugang in der Zahnkrone mit einer bakteriendichten, stabilen Füllung verschlossen. Es empfiehlt sich dringend, den Zahn einige Monate nach der Wurzelbehandlung durch ein Röntgenbild zu kontrollieren nach Möglichkeit mit einer Krone zu versorgen, um die geschwächte Restsubstanz langfristig zu stabilisieren.
Die Wurzelkanalbehandlung ist in Deutschland bei einer jährlichen Anzahl von mehr als  7 Millionen eine zahnärztliche Routinebehandlung, allerdings eine anpruchsvolle Aufgabe.  Dank sorgfältiger Betäubung kann die Wurzelbehandlung in fast allen Fällen schmerzfrei oder schmerzarm durchgeführt werden.

Prognose

Die langfristige Prognose für den Erhalt eines wurzelgefüllten Zahns ist umso günstiger, je besser es gelingt das System seiner Wurzelkanäle vollständig aufzubereiten, zu desinfizieren und abzufüllen. Dieses ist umso einfacher, je weniger Wurzelkanäle der Zahn hat und je leichter zugänglich die Wurzeln sind. Daher haben die einwurzeligen Front- und Eckzähne sowie die kleinen vorderen Seitenzähne die beste Prognose. Insbesondere im hinteren Seitenzahnbereich gibt es auf Grund der oftmals komplizierten Anatomie des Nervengewebes und der schwierigen Zugangsmöglichkeiten sowie erschwerter Einsichtmöglichkeiten keinerlei Garantie für einen langfristigen Erfolg. Die Erfolgsaussichten sinken zudem, wenn die Entzündung bereits den Kieferknochen erfasst hat.